Meta x Midjourney: Ein Schritt in Richtung vollständige Integration der Werbewertschöpfung
Die Kooperation zwischen Meta und Midjourney markiert weit mehr als den Zugang zu einer führenden KI für visuelle Inhalte. Sie ist ein strategisches Signal: Meta will sich nicht länger auf die Rolle als Ausspielungsplattform beschränken, sondern die gesamte Werbewertschöpfungskette kontrollieren – von der Kreation bis zur Distribution.
Mit Midjourney integriert Meta eine Technologie, die bislang vor allem in Kreativbranchen als innovatives Werkzeug galt. Der entscheidende Punkt: Die Generierung von Werbemitteln – Texte, Bilder, Videos – soll künftig direkt innerhalb von Metas Infrastruktur erfolgen. Damit würden klassische Wertschöpfungsstufen wie Kreation, Mediaplanung oder Targeting in weiten Teilen automatisiert.
Für kleine und mittlere Unternehmen eröffnet das erhebliche Effizienzgewinne: Ein Produktbild und ein Budget könnten genügen, um vollautomatisierte Kampagnen zu starten. Für Kreativ- und Mediaagenturen hingegen stellt sich die Frage nach ihrer künftigen Rolle im Markt.
Hintergrund ist klar: Rund 97 % von Metas Umsatz stammen aus Werbung. Angesichts des wachsenden Wettbewerbs mit Google, OpenAI oder Amazon verstärkt Meta den Druck, neue Differenzierungspotenziale zu schaffen. Die vollständige Kontrolle über Kreation, Steuerung und Ausspielung wäre ein solcher Hebel – mit unmittelbaren Folgen für Marktstrukturen und Abhängigkeiten.
▶️ Implikationen für Unternehmen:
– Werbetreibende erhalten Zugang zu hocheffizienten Kampagnenprozessen, müssen aber ihre Abhängigkeit von einer Plattform neu bewerten.
– Agenturen sehen sich mit einer fundamentalen Verschiebung der Wertschöpfungsketten konfrontiert.
– Strategisch ist die Frage zentral, welche Kompetenzen – von kreativer Differenzierung bis hin zu Datenhoheit – weiterhin unternehmensintern aufgebaut werden sollten.
Die Partnerschaft ist damit weniger ein technisches Upgrade als vielmehr der Beginn einer strukturellen Transformation der Werbeindustrie.