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Der neue LinkedIn-Algorithmus nervt

Meinung

Aus dem Archiv, 2025. Dieser Beitrag ist älter; meine Arbeit hat sich seitdem auf das Geschäftsmodell konzentriert. Mein Denkmodell

Der neue LinkedIn-Algorithmus nervt

Im Hintergrund von LinkedIn läuft inzwischen 360Brew – ein großes Sprachmodell mit rund 150 Milliarden Parametern. LinkedIn setzt nicht mehr auf eine Sammlung kleiner Einzel-Algorithmen, sondern auf ein zentrales Modell, das Inhalte, Profile und Interaktionen semantisch „liest“ und daraus einen möglichst passenden Feed baut.

Zuerst das Positive: Was wirklich besser geworden ist.

Bis hierhin könnte man sagen: Alles richtig gemacht. Aber einiges nervt, eins besonders:

Ich schreibe über KI. Ich lese über KI. Ich kommentiere KI. Für 360Brew ist das ein klares Signal: „Dieser Mensch interessiert sich für KI.“ Also bekomme ich – wenig überraschend – vor allem eines: noch mehr KI.

Das ist auf den ersten Blick logisch, auf den zweiten aber kurzsichtig. Denn ich will zwar über KI schreiben, aber ich brauche für meine Arbeit genauso Inhalte zu:

Also all dem, was Unternehmen ausmacht, in denen KI eine Rolle spielt. Diese Inhalte müssen inhaltlich nichts mit KI zu tun haben, um für mich hochrelevant zu sein. Gleichzeitig wären viele dieser Autor:innen perfekte Leser:innen für meine KI-Beiträge.

Der Algorithmus optimiert jedoch darauf, mich thematisch sauber zu verorten – und nimmt mir damit ein Stück themenübergreifende Reichweite. Mehr Tiefe im Thema, weniger Breite im Blickfeld.

Dazu kommen ein paar Nebeneffekte:

Aber das nur am Rande. Worum es mir geht:

Ich habe kein Problem mit einem Algorithmus, der versucht, mich besser zu verstehen.

Ich habe ein Problem mit einem Algorithmus, der mich auf ein Themencluster reduziert.

Was mir fehlt, ist eine Möglichkeit, meinen Interessenmix bewusst einzustellen.

In meinem Fall zum Beispiel: „Ja, KI ist ein Schwerpunkt. Aber bitte versorge mich genauso mit guten Inhalten zu Führung, Strategie und Organisation – und zeig meine KI-Beiträge auch Menschen, die wegen dieser Themen hier sind.“

Das wäre mein Weihnachtswunsch an Linkedin. Vielleicht liest der Weihnachtsmann ja meinen Wunschzettel….

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