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Warum wir wirkklich KI mögen

Meinung

Aus dem Archiv, 2025. Dieser Beitrag ist älter; meine Arbeit hat sich seitdem auf das Geschäftsmodell konzentriert. Mein Denkmodell

Warum wir wirkklich KI mögen

Unsere Faulheit ist der Grund, warum KI sich durchsetzt.

Eine steile These? Mag sein. Aber es gibt nun mal unser tief verwurzeltes menschliches Effizienzstreben. Wir debattieren komplexe Algorithmen, dabei ist der wahre Treiber der KI-Revolution viel einfacher: Wir wählen immer den Weg des geringsten Widerstands.

1⃣ Die wissenschaftliche Basis: Das Prinzip der geringsten Anstrengung

Dieses Verhalten ist keine Charakterschwäche, sondern ein evolutionäres Erfolgsmodell. Der Linguist George Kingsley Zipf prägte dafür das „Principle of Least Effort“ (Prinzip der geringsten Anstrengung).

Es besagt, dass Menschen bei der Wahl zwischen mehreren Wegen zum gleichen Ziel immer denjenigen wählen, der am wenigsten Energie verbraucht.

Auf KI übertragen bedeutet das:

KI ist einfach die schnellste und bequemste Art, Aufgaben zu erledigen.

2⃣ Der zwingende Faktor: Der Ratscheneffekt

Die Bequemlichkeit führt uns direkt zum nächsten Phänomen: dem Ratscheneffekt (Ratchet Effect).

Sobald wir uns einmal an einen erhöhten Komfortstandard gewöhnt haben, wird dieser sofort zum neuen Normalzustand. Da sich eine Ratsche nur in eine Richtung bewegt, gibt es kein leichtes Zurück:

Wer einmal die Entlastung durch einen digitalen Assistenten erlebt hat, empfindet den manuellen Aufwand von gestern als inakzeptabel mühsam. Die Toleranz für unnötige Reibung sinkt rapide.

Das Ergebnis ist eine irreversible Adaption: Wir werden uns bei jeder neuen Aufgabe fragen: „Kann das nicht die KI machen?“

Deshalb ist der Hype um KI nicht nur eine technische Welle – es ist die zwingende Erfüllung unseres menschlichen Bedürfnisses nach maximaler Effizienz und minimalem Aufwand.

Und das wollen wir so schnell wie möglich haben. Denn wer schreibt gerne noch an Meeting-Protokollen, wenn der Rest des Team schon bei der Weihnachtsfeier sitzt?

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