Zuerst steht die Frage, was der Vortrag bewirken soll
Vor dem Redner steht Ihr Publikum: Was soll es aus dem Saal mitnehmen? Im Kern gibt es zwei Antworten. Entweder Ihre Leute sollen befähigt werden, selbst mit den Werkzeugen zu arbeiten – dann ist der Vortrag praktisch, mit konkreten Anwendungen aus dem Arbeitsalltag. Oder sie sollen sehen, was heute möglich ist, wohin die Entwicklung läuft und was sie verändert – dann liegt der Vortrag eine Etage höher und arbeitet mit Zusammenhängen statt mit Anleitungen.
Beide Vorträge sind gute Vorträge, sie leisten nur Verschiedenes, und in einem Termin lässt sich selten beides unterbringen. Wenn Sie sich vorher für eine der beiden Wirkungen entscheiden, bekommt Ihr Publikum davon die ganze Portion.
Legen Sie also fest, welche Wirkung Sie wollen, und sehen Sie dann, was ein Redner dazu beitragen kann. Ob es aufgegangen ist, zeigt sich eine Woche später: ob im Haus noch jemand darüber spricht.
Der Redner setzt dort an, wo Ihre Zuhörer stehen
Ein Vortrag über die neuesten Modelle und ihre Kunststücke ist bei Leuten am Platz, die täglich damit arbeiten. Bei einem traditionellen Mittelständler liegt die Frage woanders: Was bedeutet das für die eigenen Angebote, Preise und Leute? Wer den Wissensstand des Saals kennt und von dort aus weitergeht, nimmt alle mit.
Dazu gehört die Größenordnung der Beispiele. Ein Maschinenbauer mit zweihundert Leuten kann mehr mit dem Betrieb anfangen, der seine Angebotserstellung umgestellt hat, als mit einem Konzern, der zehntausend Entwickler beschäftigt. Fragen Sie vorher, welche Beispiele kommen und aus welcher Unternehmensgröße.
Sagen Sie dem Redner, wo Ihr Publikum steht – das ist die Auskunft, aus der er den Abend baut. Der Rest zeigt sich im Saal: ob er merkt, dass eine Stelle mehr Zeit braucht, und sie sich nimmt.
Diese Fragen machen das Vorgespräch leicht
Soll mein Publikum nach dem Vortrag etwas anders machen oder etwas anders sehen – und welchen der beiden Vorträge halten Sie?
Welche drei Beispiele bringen Sie, und aus welchen Branchen?
Woher wissen Sie, auf welchem Stand meine Zuhörer sind, und was brauchen Sie dafür von mir?
Sprechen Sie über Werkzeuge oder über Geschäftsmodelle? Beides ist gut, es sind nur zwei verschiedene Veranstaltungen.
Wie gehen Sie mit Fragen aus dem Publikum um, die Sie nicht beantworten können?
Die letzte Frage ist die aufschlussreichste. Bei KI ist vieles offen. Ein Redner, der das sagt und die Frage mit ins Publikum nimmt, macht daraus oft den besten Teil des Abends.
Meine Vorträge handeln vom Geschäftsmodell
Meine Vorträge sind von der zweiten Sorte. Ich zeige, was KI an Geschäftsmodellen verändert und wofür Kunden künftig bezahlen. Die Beispiele kommen aus dem Auftragsbuch des Mittelstands. Den Vortrag stimme ich vorher auf Publikum und Branche ab.