Wenn die eigene Software durch simple Textdateien ersetzt wird.
Wer gerade ein Softwareprodukt entwickelt oder verantwortet, sollte sich eine Frage stellen: Wie viel von dem, was meine Software kann, ist eigentlich meins?
Nicht als Compliance-Frage. Als strategische.
Hintergrund: KI-Agenten lassen sich mit sogenannten Skill-Dateien steuern – strukturierten Textdateien, die beschreiben, wie eine Aufgabe erledigt wird, welche Regeln gelten, was Ausnahmen sind.
Der Agent liest, entscheidet, handelt. Was dabei herauskommt, kann dem entsprechen, was bisher eine spezialisierte Applikation geleistet hat. Das Interessante daran ist nicht die Technik. Es ist die Frage, woher das Wissen in diesen Textdateien kommt.
Ein großer Teil des Wissens, das in Branchensoftware steckt, ist kein Betriebsgeheimnis. Es ist kodiertes Branchenwissen – aus Fachstandards, Ausbildungsordnungen, Fachliteratur, jahrzehntelanger Praxis.
Hinzu kommt, was große Sprachmodelle bereits gelernt haben: buchhalterische Grundlogiken, Versicherungsprozesse, Dokumentenworkflows, Compliance-Grundanforderungen.
Vieles davon ist im Modell bereits vorhanden, ohne dass jemand je die Software eines Anbieters berührt hat.
Was bleibt dann noch als echter Schutzwall?
Echte proprietäre Logik – eigene Berechnungsmodelle, spezialisierte Algorithmen, über Jahre aufgebaute Datengrundlagen. Kundendaten, Integrationstiefe, Vertrauen.
Das ist real. Aber es lohnt sich, ehrlich zu messen, wie groß dieser Kern tatsächlich ist – und wie viel drumherum im Grunde aus allgemein verfügbarem Wissen zusammengesetzt wurde.
Wer seinen originären Anteil überschätzt, der wird Probleme bekommen. Durch die neue Konkurrenz: einfache Textdateien.
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