16 Nobelpreisträger geben zu, dass sie die Folgen der KI nicht mehr messen können. Für dich als Unternehmer heißt das: Die Zahlen, auf die du wartest, kommen zu spät.
„Wir fahren im Nebel“, sagt einer der Organisatoren des Papiers „We Must Act Now“, das diese Woche 200 Ökonomen unterschrieben haben (https://www.wemustactnow.ai/ Drei Sätze, keine Antworten — nur das Eingeständnis, dass die Forschung dem Verstehen hinterherläuft.
Neu ist das nicht. Technik lief der Erkenntnis schon immer davon — Solow spottete 1987, man sehe das Computerzeitalter überall, nur nicht in der Produktivitätsstatistik.
Neu ist das Tempo. Diesmal steht die Zahl erst fest, wenn die Entscheidung längst gefallen und die Technik zwei Runden weiter ist.
Für alle, die abwarten, bis sich die Risiken zeigen und der Hype sich legt, ist das ein Problem. Bei Blockchain und Metaverse hat diese Vorsicht gut funktioniert. Bei KI wird sie scheitern.
Wer trotzdem nicht blind handeln will, hat zwei Anker:
– Erstens Frühindikatoren statt Aggregat. Brynjolfssons Canaries-Dashboard zeigt bei den 22- bis 25-Jährigen in KI-nahen Berufen über 4 Prozent Beschäftigungsrückgang pro Jahr — während der Gesamtmarkt ruhig aussieht. Das Signal ist da, man muss die Daten nur nach Alter und Aufgabe aufschlüsseln.
– Zweitens die eigene Geschäftsmodell-Struktur. Ersetzt KI das knappe Gut, mit dem du Geld verdienst, oder verstärkt sie es? Das steht in deinem Umsatz-Mix, bevor es in irgendeiner Statistik auftaucht — und ist eine andere Frage als die, wie tief KI schon in deinen Prozessen steckt. Beides in einen einzigen Reifegrad zu verrechnen, wie es die gängigen KI-Readiness-Indizes tun, verwischt den entscheidenden Punkt.
Genau diese zwei Achsen gehe ich mit meinen Kunden durch, bevor wir über ein einziges Tool reden. Damit haben wir Indikatoren, die auf das vorliegende Geschäftsmodell passen.
Die Kombination aus KI-Know-how, Geschäftsmodell-Denke und tiefer Kenntnis des eigenen Unternehmens und Marktes bringt einen ziemlich weit. Wenn dann später die offiziellen Statistiken die Bestätigung liefern, ist das ein gutes Gefühl.
Am besten ist aber, dass man dann schon lange weiß, dass das eigene Unternehmen gut aufgestellt ist. Das haben die eigenen Zahlen dann schon längst gezeigt.
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